Sport ist Wert

Gemeinsam sind wir stark!

Anfang 2016 hat sich unter Leitung der Sportjugend Köln ein Vereinsbündnis mit dem Namen „Sport ist Wert“ gegründet. Anlass war die besondere Belastung für viele Sportvereine in Köln durch die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen. Über diesen Anlass hinaus kämpft das Bündnis für die stärkere gesellschaftliche Anerkennung der Leistungen, die Sportvereine für die Bildung, die Gesundheit, aber insbesondere auch für Integration und Toleranz erbringen.

Als sozial engagierte Menschen haben Sporttreibende großes Verständnis für Menschen in Notsituationen. Der Sport und die Sportvereine hatten lange Zeit auch Vertrauen in Verwaltung und Politik, die die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen immer nur als eine Notlösung von kurzer Dauer bezeichneten. Mehrere Ankündigungen, dass die Hallen bald wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung gestellt würden, wurden jedoch nicht eingehalten. 
Damit fehlen nicht nur Sportflächen, um den alltäglichen Sportangeboten nachzukommen, sondern auch dafür, um die gerade jetzt dringend benötigten integrativen Zusatzangebote durchzuführen.

Veränderte Realität in Sportvereinen

Doch bereits vor Beginn der Hallenschließungen hat sich die Situation in Sportvereinen erheblich geändert. Selbstverständlich ist das Vereinsleben an der Basis nach wie vor von sehr viel unentgeltlichem Ehrenamt bestimmt. Aber in vielen Bereichen wie Gesundheits- und Rehabilitationssport, aber auch Fitness und Tanzen hängen Existenzen zahlreicher hauptberuflicher Trainerinnen und Trainer von der Betreuung ausreichend vieler Gruppen ab.

Zudem sind die Tätigkeiten der Übungsleiterinnen und –leiter bei weitem nicht nur auf die Anleitung zum Sporttreiben beschränkt. Die Kommunikation mit Kindern und ihren Eltern nimmt breiten Raum ein. Erwachsenen wird beim Ausfüllen von immer zahlreicher werdenden Formularen (Beispiel Teilhabepaket) geholfen, es werden Vorurteile abgebaut, Verständnishürden überwunden und dabei kulturelle Unterschiede wertgeschätzt.

Ein großer Anteil des Vereinssports betrifft Kinder und Jugendliche (in Köln ca. 45 Prozent). In den allermeisten Sportgruppen findet seit vielen Jahren eine Begegnung von Kölner Kindern statt, deren Eltern aus vielen verschiedenen Ländern stammen. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Sportvereinen beträgt in einzelnen Stadtteilen und Angeboten bis zu 60 Prozent.

Das Vereinsbündnis und die Sportjugend betonen ihren festen Willen, diese Arbeit anzugehen! Die Bündnispartner plädieren an die Stadt Köln zu erkennen: Übungsleitende, Trainerinnen und Trainer sind genau die Experten, die jetzt für die anstehende Integrationsarbeit benötigt werden!

Die Folgen für den Vereinsport sind andernfalls gravierend:

Integration und Inklusion werden erschwert. Mitgliederverluste und fehlende Möglichkeiten neue Mitglieder zu gewinnen führen zu wirtschaftlichem Schaden. Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sind am Ende und hören auf. Das Vereinsleben wird nachhaltig zerstört. Menschen werden ihre Begegnungsstätten genommen. Das bedeutet den Verlust sozialer Kontakte.